A A A

Seit der Einführung des Pflegegeldes im Jahr 1993 gab es kaum eine Weiterentwicklung bei dem zugrunde liegenden Kriterienkatalog. Unterstützung bei Alltagsfähigkeiten wie Anziehen, Körperpflege, Essen macht nur einen kleinen Teil der Gesundheitspflege für Kinder und Jugendliche mit einer chronischen oder lebensverkürzenden Erkrankung aus.

 

220421 Antrag c MOKI Wien min

Viel ressourcen- und zeitintensiver sind die medizinisch-pflegerischen und therapeutischen Maßnahmen, die im aktuellen Kriterienkatalog kaum Platz finden, aber für die Entwicklungschancen, das Wohlbefinden und die gesellschaftliche Teilhabe bedeutsam sind. 

Beim Pflegegeld gilt seit 2016 eine eigene „Kindereinstufungsverordnung“, trotzdem ist die Pflegegeldeinstufung für Kinder und Jugendliche nach wie vor unzureichend. Das ist vor allem auf die die minimale Ausbildung der Gutachter*innen zurückzuführen - speziell im pädiatrischen Bereich. Daher fordern wir vom Pflege Round Table1, dass in einem ersten Schritt bei Kindern und Jugendlichen die Einstufung von spezialisiertem pädiatrischem Personal durchgeführt wird.

 

220421 Bescheid c MOKI Wien

In einem zweiten Schritt fordern wir, den Kriterienkatalog weiterzuentwickeln und die ressourcen- und zeitintensiven medizinisch-pflegerischen und therapeutischen Maßnahmen zu mitzurechnen, die für die Gesundheitspflege von Kindern und Jugendlichen mit einer chronischen, lebensverkürzenden und/oder seltenen Erkrankung unabdingbar sind.

 

 

 

 

1Pflege Round Table - Gruppe von Expert*innen zum Thema Kinder- und Jugendlichenpflege

Stellungnahme zum Pflegegeld für Kinder und Jugendliche, 11. April 2022

erging an:

das BM für Gesundheit,
die PVA,
die ÖBAK (Österreichischen Akademie für ärztliche und pflegerische Begutachtung),
sowie an die Gesundheitssprecher *innen von Die Grünen, ÖVP und Neos